Bundes- und Landesverwaltung

Die Weichen in der Archäologie sind (fast) gestellt

Denkmalpflege

Die Weichen in der Archäologie sind (fast) gestellt

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ver.di informierte sich kurz vor Weihnachten bei Regierungspräsident Reimer und der Archäologischen Leitung des LAD über die beabsichtigten Planungen bei den Rettungsgrabungen.

Im Gespräch wurde deutlich, dass die Weichen für eine privatwirtschaftliche Durchführung so gut wie gestellt sind. 2017 wurden bereits Rettungsgrabungen mit externen privaten Grabungsfirmen durchgeführt. Die erzielten Ergebnisse und die Zusammenarbeit mit den zum Teil neugegründeten Firmen wurden positiv eingeschätzt. Es fehlt noch an der abschließenden Prüfung des fachlich zuständigen Wirtschaftsministeriums und die damit verbundene politische Entscheidung wie Rettungsgrabungen im Einzelnen künftig zu privatisieren sind.

ver.di machte ihre skeptische Haltung zu beabsichtigten Aufgabenauslagerungen deutlich. Die Erfahrungen bisheriger Privatisierung zeigten, dass darunter die Arbeitsbedingungen für die Beschäftigten selten besser wurden. Es ist zu befürchten, dass dadurch auch das Berufsbild der Archäologie Schaden nimmt.

Kritisch ist auch zu sehen, dass durch die externe Durchführung meist ein Steuerungsverlust einhergeht. Diesem will das LAD zwar mit einheitlichen Richtlinien und Leistungsverzeichnissen begegnen. Unscharf blieb, wie im LAD die Vorgaben für die Leistungsverzeichnisse der Investoren juristisch rechtssicher vorbereitet werden können. Hierzu wird ggf. weiteres juristisches Personal für das Vertragswesen erforderlich sein. Die Begleitung und ggf. Kontrolle der Grabungen soll durch die Gebiets- und Fachreferenten sowie durch Grabungstechniker des LAD erfolgen.

Das LAD will auch künftig eigenständig Grabungen durchführen, sowie in Sondagen und Prospektion tätig bleiben. Dies soll u.a. dem eigenen Know-How-Erhalt dienen. Dies begrüßt ver.di.

Allerdings müssen noch Strukturen innerhalb des LAD angepasst werden, damit die gewonnenen Ergebnisse der Grabungen im LAD entsprechend (wissenschaftlich) weiterverarbeitet werden können. Dies betrifft sowohl die Inventarisierung, Restaurierung aber auch die Konservierung. Dies stellt möglicherweise auch veränderte Aufgabenstellung dar, als diese bislang durchgeführt wurden. ver.di regte an, die Beschäftigten in der Abteilung 8 des Regierungspräsidiums frühzeitig mit einzubinden und zu informieren.

Nach wie vor sieht ver.di Möglichkeiten und Konstrukte Rettungsgrabungen auch als öffentliche Hand durchzuführen. Es ist eine politische Entscheidung, ob man der Landesverfassung gerecht werden will und den Denkmalschutz aus öffentlicher Hand erbringt….oder nicht.

Wir bleiben dran!    
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Weitere Informationen und Diskussionen zum Thema im ver.di-Mitgliedernetz:
https://mitgliedernetz.verdi.de/ unter: Gute Arbeit in der Archäologie