VVT - Vereinigung der VermessungstechnikerInnen

VVT Jahreshauptversammlung 2016

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VVT Jahreshauptversammlung 2016

VVT Jahresversammlung 2016 ver.di Baden-Württemberg VVT Jahresversammlung 2016

Der Vorsitzende Hans Dieter Bauschert, konnte zur Jahreshauptversammlung 2016 im vollbesetzten Saal des Bürohauses Theo2 zahlreiche Ehrengäste aus Politik und Verwaltung begrüßen. Grußworte überbrachten für die Fraktionen zunächst die Abgeordneten Alexander Schoch ( Grüne ), Andreas Kenner, (SPD) und Friedrich Bullinger (FDP). Darin betonte der Abg. Schoch, Arbeitnehmer und Arbeitgeber müssen sich zum digitalen Wandel auf die neue Herausforderungen einlassen. Der Abg. Kenner philosophierte und spannte den Bogen von der Landesvermessung bis hin zum heutigen Vermessungswesen, deren Probleme Überalterung und Stellenabbau, er ebenfalls sieht. Ferner sein Zitat „ Sex und Geld sind die Triebfedern der Welt“ das er zielgerichtet in seine Rede einbaute, um zum Ausdruck zu bringen dass der öffentliche Dienst ordentlich bezahlt werden muss. Der Abg. Bullinger hielt sich beim Grußwort an sein Eingangszitat, “Grußworte müssen kurz und Würste lang sein“ und betonten weiter, dass der technische Dienst des Landes gebraucht wird und unterbezahlt sei. Er fordert auch die Landkreise auf, die technischen Verwaltungen in Ihren Stellenkegeln mit entsprechend gut dotierten Stellen auszustatten.
Ein kurzes Grußwort des Präsidenten des LGL Herrn Luz Berendt schloss sich an, indem er sich bei der VVT für die konstruktiven Gespräche bedankte, und weiter beim Personal, das wie er betonte ein positives Aushängeschild für die Verwaltungen sei.

Interessiert verfolgten die Kolleginnen und Kollegen sowie auch die weiteren Ehrengäste von MLR Mdg Hr Hartmut Alker, Hr. AL Günter Steudle, vom LGL Hr. Robert Jakob und Reinhard Wagner, vom Landkreistag Fr. Krepstakis, sowie Kollegin Hanna Binder, die neue stellv. ver.di Landesbezirksleiterin und Landesfachbereichsleiterin den Vortrag von Hr. Ralf Armbruster (LGL) über das Thema „ Wandel durch Technik: Auswirkung technischer Innovationen auf Produkte, Verfahren und Dienstleistungen“.
„Internet 4.0“, „das ‚Netz der Dinge oder wie die Welt smarter wird“, „autonomes Fahren“, „aus der Ferne erkunden“, „wo virtuelle und reale Welt sich treffen“, „auf zu neuen Dimensionen“, „von Datensilos zu GeoWeb-Diensten“, „mobile first“ um nur einige Schlagworte seiner Ausführungen zu nennen. Ebenso sind jetzt und in Zukunft große Herausforderungen zu stemmen, Geodaten müssen immer präziser werden, sie müssen jederzeit und überall für alle erdenklichen Anwendungen zur Verfügung stehen, dies beginnt bei precisious farming und findet letztendlich bei autonomen Fahren und Spielen wie Pokemon Go seine weiteren Anwendungen. Er erläuterte weiter, daß auch in der Landesverwaltung neue Anwendungen wie SpotBW geplant und in der Umsetzung sind.

Die Eingangs des Vortrages durch Vorsitzenden Dieter Bauschert auch durchaus etwas kritisch zu betrachtende Sichtweise, daß Innovation bisher auch immer mit Personaleinsparungen verbunden waren, werden auch künftig befürchtet. Deshalb ist die damit verbundene Qualifizierung besonders wichtig um auch künftige gute berufliche Perspektiven beim vorhandenen Personal zu erreichen, was nur gemeinsam mit Gewerkschaften, Beschäftigten und Personalvertretungen in Einklang zu bringen ist. Geodaten sind Grundlagen und Schlüssel der Zukunft. Der Berufsstand habe zur Technik schon immer eine hohe Affinität, so Bauschert.

Peter Hauk MdL , Minister für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz (MLR) bei VVT 2016 ver.di Baden-Württemberg Peter Hauk MdL

Im Anschluss an den Vortrag von Hr. Armbruster konnte Hans-Dieter Bauschert Herrn Minister MdL Peter Hauk (MLR) herzlich begrüßen. Minister Hauk bedankte sich für die Einladung und ging auf Veränderungen ein, welche die Digitalisierung mit sich bringt, auch sieht er die Ländlichen Räume mit Zukunft, jedoch ist die Vernetzung zu den Ballungszentren wichtig. Infrastrukturelle Verbindungen müssen ausgebaut und ver-stärkt werden. Der Struktur-wandel in der Landwirtschaft ist deutlich auch bei uns zu spüren, nahm Bezug zum Milchmarkt und der Schweinevermarktung Baden Württemberg ist ein Flächenland mit Kultur-landschaft, die erhalten werden muss. Agrarstrukturwandel ist ein aktuelles Thema. Die Flurneuordnung ist dazu ein hier wichtiges Instrument zur Umsetzung und Begleitung von Umlegungs-und Fördermaßnahmen. Der Minister sieht die Aufgaben der Flurneuordnung in der Schaffung zeitgemäßer und leistungsfähiger Wegenetze und im ländlichen Wegebau. Dieses sieht er auch in der Durchführung schneller und kleiner auf Wegemodernisierung ausgelegter Flurneuordnungsverfahren.
Die Aufgaben im Hochwasserschutz sind nach den Ereignissen vom vergangen Jahr verstärkt auf dem Tablett. Hier kann Flurneuordnung einen Beitrag leisten um die Situation zu verbessern. Auch Dorfentwicklung zur Sanierung der Dorfkerne sei notwendig um diese attraktiv zu erhalten. Es ist Mut erforderlich, den vorhandenen Bestand der nicht renovierungsfähig ist abzureißen. Auch hier kann Flurneuordnung bei ungünstigen Eigentumsverhältnissen Verbesserungen schaffen und für attraktive Verhältnisse für Bebauung im Dorfkern sorgen. Weiter sieht der Minister im High-Tech Land Baden-Württemberg die zwingenden Voraussetzungen zu schaffen, dass Glasfaser in jedes Haus geht.
Auch die Veränderungen im Berufsbild der Vermesser spricht der Minister an, und betont dass Rechtssicherheit grundlegende Bedeutung in unserem Wirtschafts- und Sozialsystem hat, auch die Vermessung und Flurneuordnung tragen hierzu bei. „Ernst wird es, wenn etwas nicht mehr klappt“ so der Minister. Er dankt den Vermessungstechnikern für ihr tägliches Engagement und spricht ihnen Anerkennung aus. Die gegenwärtige problematische Personalsituation ist ihm bewusst, Personal wird gebraucht, trotz steigender Ausbildungszahlen darf jetzt nicht nachgelassen werden. Auch die Bildung der gemeinsamen Dienststellen Flurneuordnung im Land sieht der Minister als noch nicht abgeschlossen. Er fordert die Landkreise auf, die entsprechenden Dienststellen einzurichten.
Zu den Fragen einiger Kolleginnen und Kollegen gibt der Herr Minister zu Zeitverträgen folgendes Statement, „auch in der freien Wirtschaft sind Zeitverträge beim Berufsstart üblich“, aber wie bisher ist es so und so auch wörtlich: „Die, die wir haben, lassen wir nicht mehr los.“
Zur Frage der Privatisierung in der Vermessung, und der Ausbildung von Vermessungstechnikern in der Vermessungsverwaltung, „es müsse reichen die praktische Ausbildung in der Vermessungsverwaltung mit dem Anteil der 20 % an Katastervermessungen abzudecken“.
Zur Frage zur Haushaltseinsparung und der im Raum stehenden 5000 Stellen führt der Minister an, dass bei der Konsolidierung des Landeshaushalts bis hin zur Nullverschuldung keine Bereiche der Verwaltung ausgenommen werden können und alle Bereiche auf den Prüfstand kommen werden. Er sieht auch dass die technischen Verwaltungen nicht mehr viel sparen können. „Wir sind so ausgemostet, dass man nicht noch mehr ausmosten kann.“ Er sieht dieses Sparprogramm als eine langfristige Sache.

Hanna Binder, stellv. ver.di-Landesleiterin ver.di Baden-Württemberg Hanna Binder

Die Überleitung zur stellv. Verdi Landes-bezirksleiterin Hanna Binder erfolgte daher leider mit dem Weggang von Herrn Hauk. Sie bedauert und bemängelt gleichzeitig, dass der Herr Minister Minister schon so schnell gehen musste und die Zeit seiner Antworten ausgedehnt hatte, bis er weg musste. Die Landesregierung stehe in der Pflicht und könnte sofort etwas tun um die Umstände zu verbessern und nicht nur so 1-1,5% in der Tarifrunde anzubieten, und Veränderungen ums Arbeitsumfeld angehen. Verbesserungen in der kommenden Tarifrunde der Länder auch zur Entgeltordnung stehen ebenfalls an, sowie eine Flexibilisierung im Arbeitsleben.

Eine weiterer kurze Fragerunde schloss sich dem an, in der die Verwaltung zu Alkis und zu Aufgaben mit der Aufgabenhäufung zu landw. Förderprogrammen Auskunft gab.
Es folgte vor der Mittagspause die Ehrung langjähriger Mitglieder.
Albert Traub, (Ehingen), 40 jg. Mitgliedschaft, Heinz Fischer (ehem. VA Tübingen), Rainer Fischer (Stadtbauamt Backnang) sowie Wolfgang Brenner (ehem. FNO Ellwangen und langjg. Kassier der VVT) alle 3 mit je 50 jg. Mitgliedschaft. Zur 60 jg. Mitglied-schaft vom Ehrenmitglied Theodor Lederle würdigte Bauschert seine Verdienste als Personalrat in HPR/ BPR , seine gewerkschaftlichen Ämter und zahlreiche weitere Ehrenämter.

VVT Jahrestagung 2016 ver.di Baden-Württemberg VVT Jahrestagung 2016

Zum Start in den Mittag sprach zunächst der neue ver.di Landesbezirksleiter, Martin Groß, zur anstehenden Tarifrunde der Länder in 2017. Die Tarifforderungen müssen über die Bezirke eingebracht werden, basisdemokratisch werden diese Forderungen für die Tarifkonferenz auf Landesebene ermittelt. In der Tarifrunde selbst muss die Bereitschaft da sein, für die Forderungen auch etwas zu tun. Die gesetzliche Rente müsse eine auskömmliche Rente sein und sieht darin durchaus auch eine tarifliche Aufgabe. Die momentane Situation mit den vielfältigen Möglichkeiten der zusätzlichen Versorgung sieht er eher problematisch.

Es folgten von Markus Kling Informationen zur neuen kommunalen Entgeltordnung ( VKA ) des TVöD. Neben dem zeitlichen Abriss der chronologischen Entstehung betonte er die auszuübende Tätigkeit und die Arbeitsvorgänge in dieser Tätigkeit stehen bei der Überleitung im Focus. Markus Kling weist nochmals darauf hin, dass zunächst die im Arbeitsvertrag festgehaltene Tätigkeit die Grundlage für die Eingruppierung bildet, und nicht die (vielleicht abweichende) Tätigkeit, die tatsächlich ausgeübt wird. Denn der Grundsatz der Eingruppierung und die Struktur der Entgeltordnung sei nach wie vor, die auszuübende Tätigkeit und die Arbeitsvorgänge in dieser Tätigkeit. Die Tätigkeiten sind im Anhang zu den Vergütungsgruppen zur Entgeltordnung niedergeschrieben, die aus dem BAT abgeleitet sind. Die Überleitungen von der bisherigen in die neue Vergütungsordnung folgt dem Grundsatz, dass jeder bleibt wo er ist, das heißt es wird keiner von einer Herabgruppierung betroffen sein, aber auch Höhergruppierungen werden nur auf Antrag erfolgen. Lediglich die EG 9 Eingruppierungen werden automatisch in die EG 9a, 9b und 9c aufgelöst. Erst ab dem 01.01.17 wird bei Einstellungen und ab 01.03.16 bei neuer Eingruppierung ein stufengleicher Aufstieg erfolgen.
Bisherige Eingruppierungen in denen sich nun durch Antragstellung eine höhere Entgeltordnung ergeben kann, erfolgt als Zeitpunkt der Stufenzuordnung der 01.01.17.
Bei erfolgreichen Anträgen auf Höhergruppierungen entfallen ggf. bisherige Zulagen. Markus Kling verweist bei Fragen auf die Bezirksverwaltungen, deren Mitarbeiter werden zur Zeit in der neuen Entgeltordnung zum TVöD geschult.

v.lnr Martin Groß, (ver.di-Landesbezirksleiter ) Jubilare , Wolfgang Brenner (50) ,
Theodor Lederle (60) , Hans-Dieter Bauschert (Vors.) ver.di baden-Württemberg VVT Jubilare

Es folgte der interne Teil der Vereinigung Im Rahmen der satzungsgemäßen Regularien, dabei wurde der Vorstand entlastet und Peter Bohn in den geschäftsführenden Ausschuss als Nachfolger für Uwe Hilsheimer gewählt.
Dem internen Teil schlossen sich ich Informationen von Elke Lehnert aus dem HPR an. Die Stelleneinsparung aus der Festlegung 2012 – 2016 (von den 300 frei werdenden Stellen werden 100 gestrichen, 100 Fremdgenutzt und 100 wieder besetzt) ist ausgelaufen. Sie sieht für die Zukunft der Flurneuordnung optimistisch. Man benötige auch Personal für AI Aufgaben. Hier nimmt Sie den Minister beim Wort der sich heute in dieser Richtung eindeutig positioniert hat. Sie sieht durch die Personalprobleme im gehobenen Dienst berufliche Chancen für einzelne Vermessungstechnikerstellen diese durch entsprechende Ausschreibungen und innerbetriebliche Qualifizierung AI-Stellenübertragen zu bekommen. Auch die Höhergruppierungen in die Entgeltgruppe 10 aus der Ausschreibung vom August im Besetzungsverfahren. Höhergruppierungen von der Entgeltgruppe 8 nach Entgeltgruppe 9 wurden nur unter Beachtung der monetären Verbesserung durchgeführt. Hier ist in der kommenden Tarifrunde eine Verbesserung zu fordern. Stufengleicher Aufstieg muss kommen und die langen Stufenlaufzeiten in der Stufe 2 nach 3 und weiter nach 4 in der Entgeltgruppe 9 müssen ebenfalls fallen. Weiter berichtet Elke Lehnert über eine in Arbeit befindliche Verwaltungsvorschrift des MLR für ein Freistellungsjahr. Die Verwaltungsvorschrift ist für Beamte, und soll auf die Angestellten übertragen werden können. Es ist ein Teilzeitarbeitsmodell mit einer Freistellung am Schluss. Für Führungskräfte gibt es Sonderregelungen.
Der Vorsitzende Bauschert bedankte sich bei allen heuteigen Akteuren, beim geschäftsführenden und Landesauschuss und verdi für die Zusammenarbeit im abgelaufenen Jahr und freut sich auf ein zahlreiches Wiedersehen in der Versammlung 2017.